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Wenn sich neue Rollen­vertei­lung bildet….

 

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„Guten Morgen Frau Lehrerin“ war die Begrüßung der Klasse an den jeweiligen Lehrer wenn um 7:30 Uhr der Unterricht im André Gymnasium begann. „Stellt die Stühle ordentlich an den Tisch und hinterlasst das Klassenzimmer sauber und ordentlich“ war der Spruch nach der Stunde vom Lehrer an uns,  wenn wir unseren Raum verlassen mussten.

Jetzt geht mein Unterricht meist erst 19 Uhr los nur mit dem kleinen Unterschied, dass ich jetzt der Lehrer bin und meine Lehrer  als meine Schüler jetzt von mir was lernen dürfen.

Nach meinem Schulabgang 2009 habe ich bei der Tanzschule Köhler-Schimmel, wo ich auch seit der neunten Klasse getanzt habe, eine Ausbildung zur ADTV Tanzlehrerin gemacht. Hier hat man die Möglichkeit auch schon während seiner Ausbildung eigene Kurse betreuen zu dürfen und zu unterrichten. Das heißt Verantwortung tragen und eigenständig arbeiten. Also alles das, was man in der Schulzeit schon gelernt hat. Neben den Kinder- und Jugendkursen und den Paarkursen in denen sich viele Lehrer wiederfinden gebe ich heute auch Stepp, Salsa und Zumba Kurse.

Viele wissen gar nicht, dass man auch als Tanzlehrer eine 3 Jährige Ausbildung absolvieren muss genau wie eine Krankenschwester oder ein Dachdecker. Oftmals kommt dann die Frage „Und was machen Sie hauptberuflich oder was studieren Sie?“  Doch auch der Tanzlehrerberuf ist ein Vollzeit Job. Auch wenn die eigentliche Arbeitszeit meist erst nachmittags mit den Kinder- und/oder Jugendkursen beginnt zieht es sich doch immer bis Nachts 22:00 oder 23:00 Uhr.
Ursprünglich wollte ich nach der Ausbildung noch studieren und mir als Tanzlehrerin mein Studium finanzieren. Doch mittlerweile fühle ich mich in meinem Lehrerberuf in der Tanzschule Köhler- Schimmel so wohl, dass es mich auch die nächsten Jahre nicht so schnell aus Chemnitz weg ziehen wird.

Außerdem halte ich durch die vielen Lehrer die bei uns in den Kursen das Tanzbein schwingen auch noch den Kontakt zur Schule und ich freue mich jedes Jahr auf den Traditionellen André-Ball in unserer Filiale mit den Schülern den Lehrern und dem Direktor.

PS: Ich hätte nie gedacht, wie locker und freundlich manche Lehrer doch in ihrem Privatleben sein können und das zeigt, was für gute Masken sie all die Jahre in der Schule immer aufsetzen um Respektpersonen  darstellen zu können.
 Und ich kann das jetzt nachvollziehen weil ich das selber manchmal tun muss ;-)

Tina Hellmick